Die Familienaufstellung

 

In den Händen von erfahrenen Therapeuten ist die Familienaufstellung ein Segen. Die Aufstellung des Familiensystems ermöglicht eine unverzichtbare generationenübergreifende Sichtweise auf unsere Existenz. Verhaltensweisen, Symptome und Gefühle der Familienmitglieder werden aus dieser Perspektive endlich klar verständlich und ihr Sinn erklärt sich. Während der Aufstellung werden wir Zeugen einer kraftvollen, sehr weisen Energiebewegung, die unmittelbar erfahrbar macht, dass alle Gefühle, Krisen und Symptome eine Botschaft in sich tragen, die verstanden werden möchte.

 

Gesellschaftlicher Wandel

 

In den letzten 100 Jahren mussten wir 2 Kriege überstehen, Millionen Menschen wurden traumatisiert, viele verloren ihre Heimat und wurden vertrieben. Werte, Religionen, Sprachen - alles unterliegt einem immer schnelleren Wandel. Wir haben uns von Ackerbauern und Händlern zur multikulturellen  Informationsgesellschaft entwickelt. Die Bedürfnisse der Seele nach Zugehörigkeit, Schutz, Sicherheit, Wachstum, Individuation werden leider kaum berücksichtigt. Dies führt dazu, dass in unserer Gesellschaft seelische Probleme extrem zunehmen. Die Aufarbeitung der Familiengeschichte erhellt so manches Gefühl und macht uns flexibler und anpassungs-fähiger. Dadurch erleben wir uns freier und unbeschwerter und können uns an den Fortschritten der sich wandelnden Lebensweisen erfreuen. 

 

Die Wahrheit heilt den Wahn

 

Die Familienaufstellung eröffnet eine ungewöhnliche Chance, Erfahrungen und Gefühle unserer Mitmenschen und auch der Ahnen nachzuempfinden. Versöhnung ist oft Folge vom Verstehen. Oft lösen sich im Anschluss an die Familienaufstellung Symptome und Konflike einfach auf. Jedesmal erreichen mich Emails und Anrufe, in denen Teilnehmer von  erstaunlichen Veränderungen berichten. Längst verloren geglaubte Familienmitglieder tauchen wieder auf, Geheimnisse aus früheren Generationen werden aufgedeckt, Ordnungen werden wieder hergestellt. Doch es gibt auch Grenzen der Versöhnung. In einigen Familien ist Abgrenzung erforderlich um die eigene Autonomie und Heilung zu ermöglichen.

Manche Teilnehmer gewinnen die Einsicht, dass die eigene Familie nicht die Quelle des eigenen Glückes sein kann, dass die Verletzungen, die sie erlebt haben, im Kontakt mir der Familie nicht heilen können, sondern immer wieder neu belebt werden.

Sie hören schließlich auf zu beklagen,  dass ihre Familie nicht tragfähig ist. Mit der Zeit lernen sie, dass Nahrung für die Seele überall vorhanden ist. Sie müssen nur manchmal die Perspektive wechseln und all die Liebe zulassen, die für jeden bereit ist.              

 

Die Seele nähren

 

Ausserhalb des eigenen Familiensystems sprudeln unbegrenzte Quellen der Kraft:

Aufenthalt in unberührter Natur,  Bewegung jeglicher Art, Yoga, Tanz, Musik und jede Form der Kunst kann transformierende Wirkung haben.

Besonders heilsam erweisen sich Übungen der Achtsamkeit, die Entdeckung der Spiritualität und natürlich die Liebe zu anderen Menschen. Jede Gelegenheiten, sich geborgen und getragen zu fühlen wirkt sich positiv auf uns auf.

 

Auch die Familienaufstellung bietet eine Chance, Ressourcen  in sich zu entdecken und auch sich innerhalb der Therapiegruppen gegenseitig zu stützen.

Deshalb kann es sinnvoll sein, sich für den Prozess der Heilung einen längeren Zeitraum vorzunehmen, um Schritt für Schritt Ganzheit zu erlangen. 

 

In meiner Praxis werden Familienaufstellungen besonders achtsam und ohne Publikum durchgeführt.

 

 

Literaturempfehlung

 

Bode, Sabine  

Die vergessene Generation Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen.  Stuttgart  2004

Die deutsche Krankheit - German Angst. Stuttgart 2006

Hellinger, Bert

Liebe am Abgrund, Ein Kurs für Psychosepatienten, Carl-Auer-System

Thomas Schäfer

Was die Liebe krank macht und was sie heilt

Franz Ruppert

Trauma, Bindung und Familienstellen - Seelische Verletzungen verstehen und heilen. Klett-Cotta 2005

      

 

Aufstellungstermine

 

                Petrinistraße 23 Rückgebäude

immer von 11.00-18.00h

 

 

 

02. Juli

03. September

01. Oktober

05. November

03. Dezember

 

 

Teilnahmegebühren

 

 

Samstags  11.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Teilnahmegebühr Aufsteller 150.-

Repräsentanten 20.- Euro

Vorgespräch für "neue" Teilnehmer erforderlich

 

 



 

 

Ablauf einer Aufstellung

Ein kleines (erfundenes)  Beispiel aus der Praxis

 

Es ist  Samstag vormittags in Würzburg, Grombühl.

12 Frauen und 2 Männer sitzen auf bequemen Sesseln im Kreis, in der Mitte ein frischer Blumenstrauß.

Die Farben im Raum sind sanft,  ein paar Kerzen verleihen dem Raum etwas Feierliches.

 

Linde Limbacher hat zur Familienaufstellung eingeladen. Sie beginnt mit einer Entspannungsübung, wir spüren unseren Atem, machen eine Achtsamkeitsreise durch den Körper und sind dann auch gleich wieder wach, um uns gegenseitig vorzustellen.

 

3 Personen geben an, sie möchten ihr Anliegen „aufstellen“, die anderen Teilnehmer möchten als „Stellvertreter“ teilnehmen.

Einige der Stellvertreter gehören zum Stamm, sie erzählen, dass schon lange dabei sind und kennen sich gut aus mit der Aufstellungsmethode. Die Leute vom Stamm haben alle eine pädagogische oder therapeutische Ausbildung.

 

Nach einer kurzen Einführung in die Methode beginnt die erste Aufstellung.

 

Der erste Teilnehmer, nennen wir ihn Michael,  setzt sich neben die Leiterin und benennt  mit wenigen Worten sein Anliegen, welches er in einem Vorgespräch mit Linde Limbacher ausgewählt hat.

 

Michael möchte seinen Rückenschmerz "aufstellen". Seit einiger Zeit quälen ihn Schmerzen, für die der Orthopäde keine Ursache finden konnte.

 

Nach Anleitung wählt Michael aus dem Kreis der Anwesenden eine Person aus und bittet sie, für seinen Rücken zu stehen, eine zweite  Person wählt er, um ihn selbst zu "vertreten" .

  

Michael  nimmt wieder Platz am Rand und schaut interessiert zu,  wie die Stellvertreter sich in sein Problem einfühlen.

 

Nach weniger als 30 Sekunden beginnen die beiden Darsteller mit Berichten über ihr inneres Erleben. Der Symptomdarsteller kann seinen Blick nicht vom Boden abwenden, wie gebannt starrt er auf eine Stelle am Fußboden.

 

Linde legt ein Kissen an diese Stelle und augenblicklich reagiert Michaels Symptom-Stellvertreter mit heftigen Gefühlen, er weint laut auf und möchte sich am liebsten neben das Kissen legen.

 

Spontan fällt Michael ein, dass ein Bruder seiner Mutter im Alter von 17 Jahren 1944 in den Krieg zog und seither vermisst wird. Kaum jemand durfte über das Ereignis sprechen, insgeheim hofft die Oma bis heute, dass ihr vermisster Sohn Michl doch noch vom Krieg zurückkehrt.

 

Kaum ist das ausgesprochen, geht es dem Stellvertreter von Michael besser, er atmet auf und fühlt sich verstanden.

 

Wir stellen seine Familie dazu, die Oma, den Opa, Michaels Mutter und ihren vermissten Bruder Michl. Beim Anblick vom vermissten Michl, der sich spontan auf die Stelle des Kissens gelegt hat, werden alle sehr traurig und beweinen gemeinsam den frühen Tod des jungen Soldaten.  

 

Erinnerungen werden ausgetauscht. Es wird klar, warum die Oma immer so erstarrt war und ihren lebenden Kindern oft so gefühlskalt erschienen ist. Nun darf die Trauer ausgesprochen werden. Nach einem längeren Prozess des Weinens kann die Oma nun alle ihre Kinder wahrnehmen und sich ihnen zuwenden. Die Familie hat auf einmal den Blick frei für die Mutter unseres Klienten.

 

Michael trägt auch noch „zufällig“ den Namen des verstorbenen Soldaten. Zum Schluss fühlen sich alle vereint und der tote Michl hat das Gefühl, er dürfe jetzt gehen.

 

Die Teilnehmer fühlen sich verbunden und getröstet. In den Pausen bis zur nächsten Aufstellung wird viel erzählt und mitgeteilt über die eigenen Familiengeheimnisse, besonders über Flucht, Vertreibung und sonstige Dramen in der eigenen Biographie.

Man bekommt auf einmal eine Ahnung davon, was der Krieg aus uns gemacht hat und wie sehr die Verluste von damals auch heute noch Wirkung zeigen.

 

In der Abschlussrunde kommt jeder Teilnehmer noch einmal zu Wort.

Die Teilnehmer fühlten sich getragen von diesem Prozess.

Die meisten Teilnehmer können es kaum fassen, wie deutlich diese Erfahrungen sind – gleichzeitig empfinden sie den Prozess  tröstlich und heilsam.

Bei einem kleinen Imbiss findet abschießend noch ein reger Austausch statt.

 

Wenige Tage später erreicht die Leiterin eine Mail von Michael. Er erzählt, dass die Oma spontan vom vermissten Michael erzählt hat und dass sie nun weiß, er ist im Himmel und wird sicher nicht mehr heimkommen. Sie ist aber froh, dass sie das nun endlich glauben kann.

 

Was mit den Rückenschmerzen ist? Da hat er garnicht mehr drauf geachtet.

 

 

Linde Limbacher

Diplom Sozialpädagogin (FH)

Heilpraktikerin für Psychotherapie

Soziotherapeutin

NLP-Master

Petrinistraße 23 RG

97080 Würzburg

mobil 0160-5756292

Festnetz 0931-35957679

lindelimbacher@aol.com